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BeitragVerfasst: 11 Mai 2017, 09:56 
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Hallo!

Nach vielen Jahren habe ich einen OAP-54 reaktiviert. Er hat die neuste noch mögliche LCOS Version 9.00.0316 SU5 erhalten (und damit leider sämtliche Setup-Assistenten im Web-Interface eingebüßt) und mit der aktuellen LANconfig die Konfiguration vorgenommen.
Trotz Auswahl von Deutschland, 5 GHz, Unterband 2 und "Kanalnummer: Automatisch" für WLAN-Interface 1 (und Deaktivierung von Interface 2) bleibt der Status für die EIRP bei 19 dBm. Als Antenne wird die beigefügte Stummelantenne verwendet, als Gewinn sind 3 dB eingetragen und 0 dB bei Sendeleistungs-Reduktion.
Stutzig macht mich in der Statusanzeige für Interface 1 (Webinterface), dass "ETSI EN 301 893 V1.2" berücksichtigt wird, obwohl längst 1.7 gilt. Eine Auswahlmöglichkeit für das zu verwendende Schema habe ich nicht gefunden.
Damals, vor gut 10 Jahren, hatte der 5 GHz-Betrieb mit diesem Gerät mit 1 Watt Sendeleistung noch funktioniert (mal davon abgesehen, dass DFS auf wirklich jedem Kanal Radarsignale gefunden hatte und der OAP demnach sehr schnell den Sendebetrieb wieder eingestellt hatte). Diesmal wurde nur ein Kanal überprüft und als frei angesehen (sagt die Statusseite im Webinterface), obwohl es laut Einstellung "Anzahl zu scannender Kanäle" mindestens zwei hätten sein müssen. Trotzdem wird laut Status nur mit 16,5 dBm Leistung gesendet (ergibt mit Antennengewinn rechnerisch also nur knapp 90 mW).
Gibt es eine Einstellung, die ich übersehen haben könnte? Wäre eine frühere LCOS-Version womöglich besser geeignet?
Über hilfreiche Hinweise würde ich mich freuen.


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BeitragVerfasst: 11 Mai 2017, 10:46 
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Moin,

die Funkmodule im OAP-54 haben nie und nimmer mit einem Watt (elektrischer) Sendeleistung gesendet. Was Du da als ein Watt (30 dBm) gesehen hast, war mit Sicherheit die EIRP (also elektrische Sendeleistung plus Antennengewinn). Neuere LCOS-Versionen berücksichtigen zusätzlich die Dämpfung des internen Antennen-Kabels vom Modul selber bis zur Antennenbuchse, für 5 GHz werden da pauschal 2 dB veranschlagt. Eine aktuelle LCOS-Version wird also eine um 2 dB niedrigere Sendeleistung anzeigen, effektiv ist das aber näher an der Wahrheit als der höhere Wert, den frühere LCOS-Versionen angezeigt haben.

Die Funkmodule in Deinem Gerät basieren vermutlich auf einem AR5212/5112 oder AR5213/5112, für diesen Chipsatz sind niemals DFS-Zulassungen nach neueren Versionen der EN 301 893 (1.3 oder höher) durchgeführt worden, weil der Verkauf von Geräten mit solchen Modulen schon geendet hatte, bevor die neueren Versionen verpflichtend wurden.

Das Verfahren des Channel Availibility Check hat sich in der Tat in der 9.00 geändert. Früher ist das Gerät in der einen 'Gedenkminute' nach dem Einschalten über alle Kanäle im Sekundentakt gehüpft und wenn währenddessen keine Radare gefunden wurden, wurden alle Kanäle für 'gut' erklärt. Damit läßt sich aktuell keine zulassungskonforme Erkennungssicherheit mehr erreichen, das Gerät sucht sich nach dem Start einen Kanal aus und scannt den passiv durchgehend für 60 Sekunden - das gilt auch für ältere ETSI-Versionen, weil der Teil im LCOS unabhängig von der Version der EN-Norm ist. Wenn Du in der CLI 'DFS-Rescan-Num-Channels' auf einen Wert größer eins stellst (Default ist 2), wird das Gerät auf Vorrat auch noch n-1 andere Kanäle scannen - die Startup-Zeit verlängert sich dann entsprechend. Das habe ich gerade noch einmal mit einem OAP-54 und einer 9.00 verifiziert, mit Einstellung '2' prüft das Gerät nach dem Einschalten zuerst Kanal 140, und wenn es damit durch ist, noch einmal Kanal 136. Das dauert zwei Minuten, dann nimmt es den Betrieb auf Kanal 140 auf und hat Kanal 136 als 'frei' für einen schnellen Wechsel markiert.

Gruß Alfred

_________________
“There is no death, there is just a change of our cosmic address."
-- Edgar Froese, 1944 - 2015


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BeitragVerfasst: 12 Mai 2017, 10:03 
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Registriert: 11 Mai 2017, 09:21
Beiträge: 2
Vielen Dank für deine ausführliche Antwort, Alfred! Das erklärt einiges. Wahrscheinlich war es damals wirklich nur die EIRP. Der OAP-54 war in seinem früheren Leben an eine Richtfunkantenne mit gut 18 db Gewinn angeschlossen.
Ein anderes Phänomen - die niedrige Feldstärke, gemessen mit Notebook - ließ sich dadurch erklären, dass ich dummerweise nicht gleich gesehen hatte, dass man die Antenne fürs zweite WLAN-Interface (auf dem der 5 GHz-Betrieb stattfinden sollte) nicht oben rechts sondern unten anschließen muss.
Gestern hatte ich leider nicht mehr die Zeit, das zu prüfen, aber ich denke, so komme ich weiter. Nochmals vielen Dank!


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